GEBÄUDE & GESCHICHTE

Das Gebäude

Maße
Länge: 70,24 m
Breite: 24,31 m
Überbaute Fläche: 1.707,53 m2 größte Höhe: ca. 11,45 m
Raumvolumen: ca. 17.290 m3
Gesamtfläche des Grundstücks: 58.590 m2.

Baubeschreibung
Der erste Bauabschnitt (Inbetriebnahme 1890) umfasst eine siebenjochige Halle, die mit ihren Giebelseiten fast genau der Ost-West-Richtung folgt. 1896 wurde das Gebäude um drei Joche nach Westen erweitert. Dieses dritte Hallenschiff ist mit Holzpfetten über Eisenbindern konstruktiv überdeckt, darauf Bimsplattung mit Pappdeckung. Das Gebäude ist nicht unterkellert. Der Hallenboden besteht aus Beton - Stärke und Unterbau sind unbekannt - mit stark unterschiedlichem Höhenniveau.

Denkmal
Gemauerte Rundbögen, gusseiserne Sprossenfenster und das Tonnendach mit Stahlfachwerkbindern, vor allem aber das rote Ziegelmauerwerk mit backsteingerechter Verzierung im Gesims und Relief im Wandaufbau machen die Halle zu
einem Kleinod der Industriearchitektur des ausgehenden 19. Jahrhunderts. Aus Sicht des Westfälischen Amts für Denkmalpflege handelt es sich bei dem Gebäude der ehemaligen Pumpstation Schwerte, heute bekannt unter dem Begriff Rohrmeisterei, um ein Baudenkmal im Sinne des § 2 DSchG. Es ist mit dem 19.9.1990 unter der Nummer 142 in die Denkmalliste der Stadt Schwerte als Baudenkmal eingetragen worden. Der Denkmalschutz bezieht sich auf die Gesamtform einschließlich Konstruktion und Trennung in drei Hallenbereiche. Die Gestaltung der Außenwände, ausgenommen die Veränderungen im Ostgiebel, ist Bestandteil der Denkmaleigenschaft,ebenfalls der Kran und das Schiebetor, sowie die zweistöckigen Einbauten aus Fachwerk im Westteil der Halle.

 

Geschichte der Rohrmeisterei

Pumpstation 1890-1924
1856 entstanden in der Trinkwasserversorgung Dortmunds Engpässe. Verschiedene Überlegungen und Verhandlungen führten zum Bau einer ersten Pumpstation in Schwerte. Im Ruhrtal als Wassergewinnungsgebiet stand eine quantitativ und qualitativ zufrieden stellende Wassermenge zur Verfügung. In der Folge entstand ein Wasserleitungsnetz in Richtung Dortmund.
1888/89 sah das Kreiswasserwerk Hörder, zu dessen Gebiet Schwerte gehörte, sich genötigt, in Schwerte ein Grundstück zum Bau einer zweiten Pumpstation zu erwerben, die bereits ab Oktober 1890 in Betrieb genommen wurde. Dadurch wurde es möglich, nicht nur die Industrieanlagen mit Wasser zu versorgen, sondern auch die Bevölkerung mit hygienisch einwandfreiem Reinwasser zu beliefern und so Epidemien vorzubeugen. Technikgeschichtlich bedeutend ist, dass diese Station in Schwerte zwei offene Bassins erhält, die über eine horizontale Kiesfiltration die Trinkwasserversorgung sicherstellten.
Bis 1908 versorgten die Pumpstationen in Schwerte und Villigst das Dortmunder Stadtgebiet. Ab 1908 nahm eine dritte Pumpstation auf dem Gemeindegebiet Hengsen ihren Betrieb auf. Um 1924 wurde die Pumpstation Schwerte wegen Unwirtschaftlichkeit stillgelegt. Die Maschinenteile wurden entfernt, der Kamin niedergelegt und die Halle durch das Unternehmen anderweitig genutzt.

Abstellgelegenheit und Busgarage
1976 gaben die Dortmunder Stadtwerke die Nutzung auf. Für fast ein Jahrzehnt mit dem Ziel eines späteren Erwerbs mietete die Stadt das Gelände mit aufstehenden Gebäuden an. Genutzt wurde es Ende der 70er Jahre etwa für Gewerbeausstellungen („Schwerter Frühling“) und für die kommunale Jugendarbeit sowie als Werkstatt- und Abstellgebäude. Nach Scheitern der Grunderwerbsverhandlungen beendete die Dortmunder Stadtwerke AG das Mietverhältnis und veräußerte das Grundstück an einen Investor, der das Gelände bebauen wollte. Seither dienten Gebäude und Teile der Grundstücksflächen als Abstell-/ Unterstellgelegenheit für wechselnde Interessenten. 1990 kaufte die Stadt Schwerte die Rohrmeisterei mit dem Ziel der Errichtung eines Bürger- und Kulturzentrums.