Schwerte 1525

Der demografische Wandel verändert unsere Gesellschaft. Dass „wir“ älter werden, ist im allgemeinen Bewusstsein angekommen und führt dazu, dass sich die Städte darauf einstellen. Und dass es weniger Kinder gibt, hat zur Folge, dass erfreulicherweise für diese wenigen mehr getan wird. 

Die 15-25 Jährigen sind nicht ausreichend im Blick. Die sperrigen Jahre des Erwachsenwerdens, des Übergangs von der Schule über die Ausbildung in den Beruf, der Entscheidungen zu Lebensorten und Lebenswegen, werden nicht als Gestaltungsherausforderung geliebt, sondern oftmals als Reparaturaufgabe betrieben. 

„Mir ist der Blickwechsel wichtig: Weg von dem, was junge Menschen nicht können hin zu dem, worin sie gut oder sogar großartig sind. Gerade Jugendliche, die unter schwierigen Bedingungen aufwachsen, fühlen sich in unserer Gesellschaft abgehängt. Wir müssen junge Menschen auf ihrem Weg ins Leben motivieren statt frustrieren“ (Daniela Schadt, Lebensgefährtin des Bundespräsidenten Joachim Gauck).

Kaum etwas kann Erlebnisse und Erfahrungen von Erfolg, Kreativität, Gemeinschaftssinn, gesellschaftlicher Anerkennung besser vermitteln, als kulturelle Projekte, die zur aktiven Mitwirkung einladen. Durch wird auch für Jugendliche eine Stadt zu dem Ort, wo man gern lebt, bestenfalls bleibt, mindestens aber gern zurückkommt. Heimat.

Die Bürgerstiftung Rohrmeisterei setzt sich den Schwerpunkt
               in den Jahren 2015 bis 2025
               für Menschen im Alter von 15-25 Jahren

Projekte zu entdecken, entwickeln und anzubieten, die kulturelles Engagement in dieser Lebensphase wecken und damit den Heimatort für Jugendliche gestaltbar und lebenswert werden lassen. Befreundete Organisationen aus dem Raum Schwerte / Ruhrtal beteiligen sich daran.

Kinder und Ältere geraten dabei nicht aus dem Blick. Der Projektschwerpunkt erhebt nicht den Anspruch, das Thema „erfunden“ zu haben, sondern möchte vielmehr auch die schon bestehenden Angebote stärken, abstimmen oder mindestens erkennbarer machen. Die Bürgerstiftung versteht sich als Anstoß-Geberin. Als Feder-Führerin dort, wo es hilfreich ist.

So kann es gelingen, Schwerte zu einer „Pilotstadt“ für dieses Thema zu machen: Deren Bürgergesellschaft, deren Einrichtungen, deren Politik sich für ein Jahrzehnt zu diesem programmatischen Anspruch bekennen.

Die Bürgerstiftung sorgt für die Bereitstellung von Räumlichkeiten, Auswahl der pädagogischen Kooperationspartner, Versicherung und Buchhaltung, wo es möglich ist die Akquise von Fördermitteln. Das Projektkostendefizit, meist Sach- und Materialkosten, muss aus Spenden und Sponsoring getragen werden.

Unterstützt werden drei Projekt-Familien.
Stadt Heimat: Angebote für Jugendliche im öffentlichen Raum
Leben Lernen: Übergang Schule Beruf
Sinn Voll: Integrative jugendkulturelle Projekte

Tobias Bäcker, Sommer 2014 

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Projektbeispiele

Enter! Wir sind hier.
Im Rahmen dieses Integrativen Kunstprojekts im Landschaftspark der Rohrmeisterei in Kooperation mit dem Jugendamt der Stadt Schwerte, dem Verein für Soziale Intergrationshilfen und gefördert aus Mitteln des Programms Jugendkulturland NRW bindet der Künstler Marc Westermann mit seinem Team über mehrere Wochen Jugendlichen aus verschiedenen Szenen und Cliquen, die sich im Park aufhalten, in sein Kunstprojekt mit ein, das mit einer Abschlussperformance endet.

An der Pipe
Die Rohrmeisterei und das Jugendamt bieten eine Halfpipe-Anlage an der Rohrmeisterei als offenen Treffpunkt für Jugendliche an. Punktuell über die Sommersaison verteilt finden Skate Contests, Nacht-Skate-Events, Graffiti-Aktionen u.ä. statt. Ein Streetworker des VSI betreut regelmäßig die Anlage.

Mehr Ausbildung!
Die Gastronomie der Rohrmeisterei stellt Jahr für Jahr in Küche und Service zusätzliche Ausbildungsplätze für Jugendliche mit Vermittlungshemmnissen zur Verfügung.

InSound – das integrative Musikfestival
Über 800 Besucher mit und ohne Handicap feiern eine Party mit Live Musik, für die ebenfalls Menschen mit und ohne Behinderung auf der Bühne stehen. Für das jährlich stattfindende Festival ist die Rohrmeisterei auf der Inklusionslandkarte der Bundesregierung vermerkt

TAF – das „Theater am Fluss“
mit seinen Kinder- und Jugendprojekten

Das von der Bürgerstiftung ins Leben gerufene Projekt ist inzwischen als Verein eigenständig. Die Bürgerstiftung stellt die „Halle 4“, ein Nebengebäude der Rohrmeisterei mietfrei als feste Proben- und Aufführungsstätte mit Saal, Mobiliar und Technik zur Verfügung. 7 Regisseure und 80 Akteure stemmen pro Saison über 50 Auftritte, davon zahlreiche Kinder- und Jugendprojekte.

Flat – eine Jugendtheaterproduktion
zum Festival „Welttheater der Straße“

Aus einer bunten Truppe wird ein eingeschworenes Team. Jugendliche aller Schultypen und Schichten, mit verschiedenen
 Migrations- und sozialen Hintergründen machen gemeinsam Theater. Und zeigen es Tausenden Menschen beim größten deutschen Straßentheaterfestival in der Mitte der Stadt. Leitung: Moritz Riesewieck, Regisseur aus Berlin.